Die Mode- und Textilindustrie in Deutschland ist einer der wichtigsten Branchen in der deutschen Wirtschaft, nicht umsonst hat sie einen großen Anteil am Bruttoinlandsprodukt. Im Jahr 2021 hat sie mit rund 1,3 Millionen Beschäftigten in der Branche eine Größe von 66,8 Milliarden Euro erreicht. Aus diesen Gründen gilt der deutsche Bekleidungs- und Schuhmarkt weltweit als der viertgrößte Markt der Branche und als der zweitgrößte in der Europäischen Union, gleich nach Italien.
Herausforderungen für die Innovation
Der FEA-VEE-Bericht über den Status quo der Modeindustrie in den Projektländern brachte die folgenden Herausforderungen für die Innovation in der Modeindustrie in Deutschland ans Licht:
Mangel an qualifizierten Arbeitskräften:
Dies ist ein Problem, das nicht nur die deutsche Wirtschaft, sondern auch mehrere andere europäische Länder betrifft. Laut einer Studie der Europäischen Kommission haben 42,8 % der deutschen Unternehmen im Jahr 2022 Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden. Dies ist sowohl der höchste Wert innerhalb der EU-27 als auch der höchste Wert für Deutschland seit Beginn der Erhebungen.
Das Problem ist teilweise auf das Ausscheiden der Babyboomer-Generation zurückzuführen, das nicht durch eine angemessene Geburtenrate ausgeglichen wird.
Speziell für den Modesektor beklagen die befragten Unternehmer/-innen und Berufsbildungseinrichtungen eine Abwanderung von Talenten in die Länder der großen Marken, wie Italien und Frankreich. Die Tatsache, dass Deutschland bei der Herstellung von technischer Kleidung führend ist und bei “intelligenten” Stoffen eine Vorreiterrolle spielt, scheint nicht auszureichen, um neue Talente anzuziehen.
Darüber hinaus ist es wichtig zu erwähnen, dass die erwerbstätigen Arbeitskräfte offenbar noch nicht die digitalen und grünen Fähigkeiten beherrschen, die für die Innovation in diesem Sektor entscheidend sind.
Unzureichende Attraktivität der beruflichen Bildungswege:
Während sich immer mehr deutsche Jugendliche für ein Studium entscheiden, bleiben die Plätze in der Berufsausbildung leider unbesetzt. Es genügt zu wissen, dass zwischen 2007 und 2021 die Zahl der Auszubildenden in der Textilbranche um mehr als die Hälfte zurückgegangen ist (Quelle: Statista).
Digitalisierung und Nachhaltigkeit: Chance und Herausforderung für die Unternehmen der Branche:
Der digitale und ökologische Wandel in der Modebranche stellt sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung dar, was den Erwerb neuer Kompetenzen und die Anpassung an Normen angeht. Mehrere befragte Unternehmen äußerten sich besorgt über einen möglichen Verlust der Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt, der durch die Anpassung an die dringenden europäischen Umweltvorschriften verursacht wird.
Innovationen in der Branche
Was sind die neuen Technologien und Trends in der Modeindustrie? Die Befragten nannten die 3D-Drucktechnologien und die AR/VR als besonders relevante Entwicklungen für die Zukunft in der Modeindustrie.
Schließlich scheint Deutschland im Vergleich zu den anderen an der Umfrage teilnehmenden Ländern ein größeres Bewusstsein für die Bedeutung grüner Kompetenzen für den Arbeitsmarkt zu haben, nicht umsonst sind Berufe wie der/die Ökodesigner/-in und der/die Textil-Bioingenieur/-in weiter verbreitet als anderswo.
Für weitere Informationen ist der vollständige Bericht im Lernzentrum auf der FEA-VEE-Website verfügbar.






