FEA-VEE-Studienreisen nach Spanien und Deutschland: Erkenntnisse und Perspektiven für textile Nachhaltigkeit

Im Jahr 2025 fanden zwei internationale Studienreisen statt: die erste in Terrassa (Spanien), die zweite in Pforzheim (Deutschland). Beide brachten Studierende und Nachwuchsfachkräfte aus sechs europäischen Ländern zusammen, um sich mit den Herausforderungen der Nachhaltigkeit im Textil- und Modesektor auseinanderzusetzen. Das Programm kombinierte akademische Sessions, Unternehmensbesuche, praxisorientierte Workshops und kollaborative Aktivitäten.

Die Studienreise in Terrassa, koordiniert von der Universitat Politècnica de Catalunya (UPC), zeichnete sich insbesondere durch ihren ganzheitlichen Ansatz in den Bereichen Nachhaltigkeit, Innovation und soziale Verantwortung aus. Die Teilnehmenden besuchten renommierte Einrichtungen wie INTEXTER sowie Vorzeigeunternehmen wie Teixidors und Roba Amiga, die eindrucksvoll demonstrierten, wie zirkuläre Modelle und soziale Integration im Management von Textilabfällen erfolgreich umgesetzt werden können.

 

Einer der Höhepunkte war der Ecodesign-Hackathon, bei dem multidisziplinäre Teams alltägliche Textilprodukte unter Anwendung von Ökodesign-Strategien entlang des gesamten Produktlebenszyklus neu entwickelten. Die Teams arbeiteten kollaborativ an innovativen Lösungen und verbanden theoretisches Wissen mit praktischer Anwendung. Diese praxisnahe Erfahrung stärkte Teamfähigkeit, Kreativität und kritisches Denken und machte Nachhaltigkeit unmittelbar erlebbar.

Zusätzliche akademische Beiträge, darunter Fachvorträge von Expertinnen und Experten der UPC, vertieften das Verständnis der Teilnehmenden für nachhaltige Innovation und internationale Zusammenarbeit im Textilsektor.

Die Studienreise nach Pforzheim, koordiniert von ITKAM und VDMD, konzentrierte sich auf ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit innerhalb der deutschen Textilindustrie. Zu den Höhepunkten gehörten Besuche bei Unternehmen wie KM Klaus Modelle und Trigema, die als Vorreiter in den Bereichen lokale Produktion, Kreislaufwirtschaft und Nutzung erneuerbarer Energien gelten. Darüber hinaus wurden kreative Innovationsorte wie das EMMA-Kreativzentrum sowie der Einsatz künstlicher Intelligenz im nachhaltigen Design thematisiert.

Praxisorientierte Workshops zu digitaler Mustererkennung und KI-Anwendungen in der Mode ermöglichten den Teilnehmenden, innovative Werkzeuge kennenzulernen, die zur Reduzierung des Materialverbrauchs und zur Optimierung von Produktionsprozessen beitragen. Organisatorische Herausforderungen konnten dank des Engagements des Organisationsteams und des hohen Stellenwerts des interkulturellen Austauschs erfolgreich bewältigt werden, ohne dabei die Qualität der fachlichen Inhalte aus dem Blick zu verlieren.

Auswertung der Wahrnehmungen der Teilnehmenden

Das Gesamtfeedback zu beiden Studienreisen fiel ausgesprochen positiv aus und verdeutlicht den hohen wahrgenommenen Mehrwert des FEA-VEE-Programms für die akademische und berufliche Entwicklung der Teilnehmenden.

Zusammenfassend bewerteten rund drei Viertel der Teilnehmenden die Studienreisen als gut bis ausgezeichnet. Die übrigen Rückmeldungen stellten lediglich eine kleine Minderheit dar und enthielten überwiegend konstruktive Verbesserungsvorschläge. Besonders die Studienreise nach Spanien trug zu diesem positiven Gesamtergebnis bei, da sie ausschließlich gute oder ausgezeichnete Bewertungen erhielt. Die Rückmeldungen zur deutschen Studienreise zeigten eine etwas breitere Bewertungsspanne und umfassten vereinzelt neutrale oder kritischere Einschätzungen.

Hinsichtlich des praktischen Nutzens stuften etwa 75 bis 80 Prozent der Teilnehmenden beide Erfahrungen als nützlich oder sehr nützlich für ihre akademische und berufliche Entwicklung ein. Die übrigen Teilnehmenden bewerteten den Nutzen überwiegend als moderat, insbesondere im Zusammenhang mit der deutschen Studienreise, bei der einzelne Aktivitäten als weniger unmittelbar mit Nachhaltigkeit verknüpft wahrgenommen wurden.

Organisation, Logistik und Kommunikation wurden insgesamt sehr positiv bewertet, insbesondere während der Studienreise in Spanien, bei der nahezu alle Teilnehmenden die höchste Bewertung vergaben. Die zusammengeführten Ergebnisse vermitteln insgesamt ein äußerst positives Bild, zeigen jedoch zugleich Potenzial für Verbesserungen hinsichtlich Koordination und Klarheit in internationalen Kontexten auf.

In beiden Ländern wurden insbesondere Unternehmensbesuche, praxisorientierte Workshops und Networking-Möglichkeiten als besonders wertvoll hervorgehoben. Aktivitäten wie der Ecodesign-Hackathon in Spanien sowie die Besuche bei Trigema und dem EMMA-Kreativzentrum in Deutschland wurden durchgehend positiv bewertet. Gleichzeitig äußerten die Teilnehmenden den Wunsch nach einer noch klareren Verbindung zwischen designorientierten Aktivitäten und konkreten Nachhaltigkeitszielen, insbesondere im deutschen Programm.

Fazit

Beide Studienreisen boten sich ergänzende und bereichernde Lernerfahrungen. Besonders hervorgehoben wurden die interkulturelle Dimension, die Möglichkeiten zum Networking sowie der direkte Austausch mit Unternehmen und Fachkräften der Textil- und Modeindustrie.

Während die Studienreise in Spanien vor allem durch ihre hervorragende Organisation und ihren konsequenten Fokus auf Nachhaltigkeit überzeugte, bot die Studienreise in Deutschland wertvolle Einblicke in industrielle Produktionsprozesse, Digitalisierung und technologische Innovationen. Gemeinsam verdeutlichten beide Formate die Bedeutung von sozialer Innovation, Teamarbeit sowie praxisorientierten und kollaborativen Lernansätzen.

Insgesamt stärkten die beiden Erfahrungen die Mission von FEA-VEE, ein europäisches Netzwerk für Exzellenz in den Bereichen Ausbildung, Innovation und textile Nachhaltigkeit aufzubauen. Durch die Verbindung praktischer, industrieller und digitaler Ansätze innerhalb eines kulturell vielfältigen Rahmens leisten diese Studienreisen einen wichtigen Beitrag zur Transformation der Branche hin zu verantwortungsvolleren, resilienteren und wettbewerbsfähigeren Modellen.